Viele Frauen kennen dieses Lebensmodell:
Für andere da sein.
Organisieren.
Pflegen.
Kümmern.
Verantwortung tragen.
Still funktionieren.
Und das oft über Jahrzehnte.
Ab etwa 45 – und oft weit darüber hinaus – verändert sich etwas.
Nicht nur hormonell.
Sondern existenziell.
Viele bemerken zunächst nur kleine Verschiebungen:
schlechterer Schlaf, mehr innere Unruhe, weniger Regeneration.
Manchmal wird es erst nach 50 oder sogar deutlich später spürbar.
Was lange funktioniert hat, funktioniert plötzlich nicht mehr.
Wenn der innere Weichzeichner verschwindet
Östrogen und Progesteron wirken im Körper nicht nur auf den Zyklus.
Sie beeinflussen:
- Stressverarbeitung
- emotionale Regulation
- Anpassungsfähigkeit
- soziale Konfliktbereitschaft
Solange diese Hormone stabil sind, kann vieles kompensiert werden.
Müdigkeit wird überspielt.
Unzufriedenheit wird geschluckt.
Eigene Bedürfnisse werden verschoben.
Mit dem Absinken dieser Hormone verändert sich die Stressregulation.
Der Puffer wird kleiner.
Cortisol wirkt stärker.
Das Nervensystem reagiert empfindlicher.
Und plötzlich entsteht Klarheit.
Nicht dramatisch.
Sondern nüchtern.
In dieser Phase sinkt oft das, was umgangssprachlich als „Bullshit-Toleranz“ bezeichnet wird –
also die Bereitschaft, Unstimmiges, Überforderung oder eigene Bedürfnisse dauerhaft zu übergehen.
Was früher noch ausgehalten wurde,
fühlt sich plötzlich nicht mehr stimmig an.
Nicht, weil jemand schwieriger geworden ist.
Sondern weil weniger kompensiert werden kann.
Der „stille Faktor“: Cortisol
Cortisol ist nicht der Feind.
Es ist überlebenswichtig.
Doch dauerhaft erhöhte Werte können:
- Schlaf stören
- Bauchfett begünstigen
- Regeneration blockieren
- Reizbarkeit verstärken
- emotionale Klarheit schärfen
- Erschöpfung trotz Aktivität verursachen
Wer in dieser Situation mit noch mehr Leistung reagiert –
mehr Training, mehr Disziplin, mehr Selbstoptimierung –
verstärkt häufig die innere Überlastung.
Besonders ungünstig wirken:
- intensives Nüchterntraining
- dauerhaftes Kaloriendefizit
- Schlafmangel
- permanenter Leistungsdruck
- Kaffee direkt nach dem Aufstehen (während des natürlichen Cortisol-Peaks)
Das System braucht in dieser Phase nicht mehr Aktivierung.
Es braucht Regulierung.
Bewegung neu denken: Weniger Intensität – mehr Strategie
In hormonell sensiblen Phasen kann hochintensives Training das Stresssystem zusätzlich aktivieren.
Das bedeutet nicht, dass Intervalltraining grundsätzlich falsch ist.
Doch wenn Schlaf, Regeneration oder Stressbalance bereits beeinträchtigt sind,
kann ein weiterer Cortisolanstieg kontraproduktiv wirken.
In solchen Situationen kann ein zügiger Spaziergang oder moderates Ausdauertraining effektiver sein:
- Der Fettstoffwechsel wird aktiviert.
- Das Nervensystem wird beruhigt.
- Cortisol sinkt statt weiter anzusteigen.
Manchmal entsteht nachhaltige Veränderung nicht durch maximale Intensität –
sondern durch intelligente Dosierung.
Und genauso wichtig: Krafttraining
Mit dem Absinken von Östrogen beschleunigt sich der altersbedingte Muskelabbau.
Muskelmasse ist jedoch kein „ästhetisches Extra“.
Sie ist ein hormonaktives Organ.
Sie beeinflusst:
- Insulinsensitivität
- Grundumsatz
- Knochengesundheit
- Stabilität im Alltag
- langfristige Selbstständigkeit
Ab der Lebensmitte kann ohne gezielte Reize über Jahre ein erheblicher Anteil an Muskelmasse verloren gehen.
Mit regelmäßigem Krafttraining hingegen lässt sich Muskelmasse erhalten – und auch neu aufbauen.
Entscheidend ist dabei nicht Training im Leistungsbereich,
sondern:
- saubere Technik
- progressive, aber moderate Belastung
- ausreichende Regeneration
Nicht maximaler Stress.
Sondern gezielter Reiz.
Muskel ist kein Luxus – er ist hormonelle Sicherheit.
Was das Stresssystem jetzt wirklich braucht
In den Wechseljahren reagiert das Nervensystem sensibler auf Belastung.
Deshalb geht es weniger um Leistungssteigerung –
sondern um bewusste Regulation.
Kleine, regelmäßige Impulse können dabei viel bewirken:
Goldene Milch am Morgen statt Kaffee direkt nach dem Aufstehen
Warme Getränke mit Kurkuma, Zimt und etwas Fett wirken stabilisierend auf den Blutzucker und aktivieren das System sanfter als Koffein während des natürlichen Cortisol-Peaks. Kaffee darf bleiben – aber idealerweise 60–90 Minuten später.
Atemtechnik 4–6–7 mit Atemhaltephase
4 Sekunden einatmen.
6 Sekunden Luft anhalten.
7 Sekunden langsam ausatmen.
Die Atemhaltephase erhöht die CO₂-Toleranz, fördert Fokus und aktiviert über das verlängerte Ausatmen den Parasympathikus. Gerade bei innerer Unruhe oder hormonell bedingten Schmerzen kann diese Technik regulierend wirken.
Bewusste Regenerationstage
Nicht jede Müdigkeit muss überwunden werden.
Manche Müdigkeit ist ein Signal zur Stabilisierung.
Wechseljahre als Wendepunkt
Vielleicht sind die Wechseljahre kein Verlust.
Vielleicht sind sie eine Schwelle.
Eine Zeit, in der Funktionieren nicht mehr genügt.
Eine Zeit, in der eigene Träume wieder hörbar werden.
Eine Zeit, in der Energie nicht mehr verteilt, sondern bewusst eingesetzt wird.
Nicht gegen andere.
Sondern für sich.
Und vor allem: Diese Phase muss nicht alleine gegangen werden
Wechseljahre sind eine intensive körperliche und emotionale Umstellung.
Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, Begleitung zu haben.
Raum.
Verständnis.
Regulation.
Ob durch individuelle Beratung, Coaching oder strukturierte Programme –
Ziel ist es, das Nervensystem zu stabilisieren, Kraft aufzubauen und neue Balance zu finden.
Dazu gehören:
- moderates Ausdauertraining wie Nordic Walking oder Laufangebote im regulierenden Bereich
- gezieltes Muskelaufbautraining mit dem eigenen Körpergewicht zur Erhaltung von Kraft und Stoffwechselaktivität
- Mobilitäts- und Flexibilitätsangebote für Gelenke, Faszien und langfristige Beweglichkeit
- strukturierte Entspannungskurse zur aktiven Nervensystem-Regulation
- bewusste Auszeiten für sich – von Massage über Klangmassage bis hin zu tiefenentspannenden Formaten
- individuelle Beratung zu Ernährung, Alltagsstruktur und sinnvoller Basisversorgung
Alles mit einem Ziel:
Den Körper nicht weiter zu stressen –
sondern ihn wieder in Sicherheit zu bringen.
Denn Stabilität entsteht nicht zufällig.
Sie entsteht durch regelmäßige, passende Reize.
Und genau dafür ist bei BEB Raum.
„Wenn das Funktionieren leiser wird,
wird die eigene Stimme hörbar.“Linda Grandpair


